Navigieren in Fiktivhausen

Wanderung Stein am Rhein - Hemmenhofen mit Walter Ebinger

Auf der anderen Seite dem Rhein entlang

Mittwoch, 27. August 2025 und Donnerstag, 28. August 2025

Vorausschicken möchte die Schreibende, dass sie am Mittwoch, 27.8. auf der Wanderung war, schwül-heiss, feucht von innen, 40 schwitzende Wandernde waren unterwegs. Am Donnerstag, 28.8. war zumindest der Vormittag nicht so heiss, eher verhangen und eher von aussen nass – Regenschirme und Regenschütze haben dagegen gehalten, so dass niemand der nur noch 25 Teilnehmenden durch und durch nass wurde.

Ab Stein am Rhein ging es zuerst kräftig und langezogen bergauf, bis auf die Höhe des «Pfaderheims», daran vorbei am hübschen vom Schilf versteckten Mühleweiher. Wie immer auf diesen Wanderungen packen die Teilnehmenden jede Gelegenheit, wieder einmal mit diesem und jenem zu plaudern – ich vermute, dass das auch für viele ein Grund ist, daran teilzunehmen. Irgendwann versammeln wir uns unter einem wunderschön gelegenen Birnbaum mit – angekettetem! – Bänkli und schöner Sicht über den See. Zeit, sich «innen» zu befeuchten! Walter hat wie immer auch interessante Informationen zur Region herausgeschrieben, die er gerne mit uns teilt. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass das Haus «Weisser Adler» in Stein am Rhein die früheste erhaltene Fassadenmalerei der Schweiz «trägt», und auch nicht, dass es solche gibt, die erst um 1900 herum entstanden sind…

Auch vom Schloss Marbach erfuhren wir Neues, nämlich, dass dort im 14. Jahrhundert die üblen Räuber «von Brandis», ein Berner Geschlecht, hausten, was beweist, dass es nicht wir Thurgauer sind, die die langen Finger hatten! Das jetzige Tagungs- und Seminarzentrum Marbach hat eine bewegte Vergangenheit! Es wird vom Unternehmen Barry Callebaut, einem weltweit führenden Hersteller von Kakao- und Schokoladenprodukten, gepachtet.

Beim Weiterwandern eröffnen sich wiederum herrliche Blicke über den vor uns liegenden Untersee, auf das Schweizer Ufer und bis zur Insel Reichenau und den ersten Dächern von Konstanz. Nach dem längeren Anstieg in Stein am Rhein folgt ein längerer Abstieg nach Wangen, wo wir im Garten am See unter Sonnenschirmen unseren wohlverdienten Zmittag geniessen, sogar für Dessert reicht die Zeit!

Die Wanderung führt schliesslich, wieder hoch über dem Wasser, nach Hemmenhofen, wo sich die Pfahlbausiedlungen von Hornstaad-Hörnle befinden. Sie sind seit 2011 Teil der prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen auf der Liste der UNESCO Welterbestätten. Hier lebte auch der Maler Otto Dix, seine scharf beobachteten schwarz/weiss Bilder des Elends der normalen Leute aus dem ersten Weltkrieg werden nie mehr aus meinem Gedächtnis verschwinden. Das Otto-Dix-Haus ist nun dem Kunstmuseum Stuttgart angegliedert

Immer noch fröhlich plaudernd geht es per Schiff zurück nach Stein am Rhein. Einmal mehr: Danke Walter, schön war’s!

Anita Enz