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Tageswanderung Pfänder mit Walter Föllmi

Pfänder – Möggers – Lochau

Donnerstag, 4. September 2025

Ich erwache, weil Regen auf unser Laubendach prasselt. Es ist 04.30 Uhr. Ich schaue auf den Regenradar. Ein Regenband zieht gerade von Bern bis zum Untersee, ab 8 Uhr soll es vorbei sein. Auf der Fahrt von Frauenfeld zum Bodensee wird das Wetter immer besser.

Immer wieder steigen neue Wandersleute ein. In der S-Bahn nach Bregenz wird kontrolliert. Ohne Lesegerät werden unsere verschiedenen Fahrausweise geprüft, der QR-Code mit Kennerblick erkannt und bei einem GA – Besitzer festgestellt, dass ab St.Margrethen das Zusatzbillett fehlt. Der Beamte erwähnt, dass eine Gebühr von 105 Euro zu zahlen wäre, verzichtet aber diesmal auf die Erhebung. Beim Umsteigen in Bregenz ist eine weitere Schweizer Wandergruppe unterwegs, vermischt sich kurz mit unserer und so fahren wir in zwei Gruppen mit zwei kurz aufeinander folgenden Zügen nach Bregenz Hafen. Bei der Talstation der Pfänderbahn treffen wir auf die mit dem Auto angereisten.

Da ertönt das Handy. Eine weitere Gruppe, die über St.Gallen reist, meldet eine Verspätung wegen einer Störung, sie sind aber unterwegs. So gehe ich zum Schalter und kaufe ein Gruppenbillett, das ich am Samstag angemeldet habe. Jedes der 37 Billette wird jetzt einzeln gedruckt, doch halt! Der Betrag von 672 Euro auf der Anzeige kann nicht stimmen. Der Drucker stoppt. Der Mann an der Kasse meint: « Unsere Senioren fahren immer hoch und runter, darum habe ich Rückfahrkarten gedruckt.» Er legt die bereits gedruckten beiseite und lässt den Drucker wieder starten. Jetzt zeigt die Anzeige den richtigen Betrag, den ich gerne zahle. Nun verteile ich die Karten und die Fahrt auf den Pfänder beginnt für die erste Gruppe. Bei schönstem Frühherbstwetter geniessen wir die Aussicht auf den Bodensee, zum Alpstein und in die Österreicher Berglandschaft. Mit der nächsten Bahn kommt auch die Nachzüglergruppe.

Jetzt sind wir startbereit. Der Weg geht nordwärts, genannt der «fünf- tausender- Weg», weil er über fünf Hügel führt, die alle etwas über 1000 m ü. M. sind. Bei einem Hofladen mit einigen Sitzgelegenheiten machen wir Pause. Mit neuer Energie geht es weiter. Beim Weiler Trögen sehen wir die Antenne auf dem Pfänder und merken, wie weit wir schon gewandert sind. Ein unscheinbares, verwittertes Täfeli weist auf den Jakobsweg München – Einsiedeln hin. Das benütze ich, um verschiedenes zum Jakobspilgern zu erzählen. Der Thurgau hat 1991 als erster Kanton sein Teilstück mit speziellen Wegweisern signalisiert. Seit einigen Jahren haben die Schweizer Wanderwege den Jakobsweg als «Via Jacobi» von Konstanz / Rorschach bis Genf einheitlich als Fernwanderweg 4 gekennzeichnet. Nach dieser Verschnaufpause wandern wir weiter, ein längeres Stück durch den Wald und gelangen so zum kleinen Dorf Möggers. Hier hat man einen schönen Blick auf den Bodensee und ins Allgäu. Ich erwähne die Gedenktafel an der Aussenwand der Dorfkirche. Dort sind in zwei Kolonnen alle gefallenen Männer aus der kleinen Gemeinde aufgeführt, die in den beiden Weltkriegen ihr Leben verloren und was das für ein kleines Bauerndorf für einschneidende Folgen hatte.

Pünktlich erreichen wir das Gasthaus Riedstüble, das in einer Mulde am Waldrand liegt. Um den Service zu erleichtern, verteile ich farbige Kärtchen mit der Menünummer. Nach einiger Zeit wird das erste Menü aufgetischt: Ein Teller mit einem grossen Schnitzel und ein zweiter Teller mit einer grossen Salatbeilage! Die weiteren umfangreichen Speisen folgen nach und nach mit grösseren Wartezeiten. Damit wir rechtzeitig unser Ziel erreichen, müssen die meisten auf den geliebten Kaffee verzichten. Gut verpflegt wandern wir weiter bei Sonnenschein über eine Hochebene und gelangen nach Lutzenreute. Von jetzt an geht es recht steil abwärts bis nach Backenreute. Dort ist im Juni 2024 ein riesiges Hangstück abgerutscht und hat ein neueres Wohngebäude talwärts verschoben. Eingangs Lochau benützen wir den Fussweg, der meist dem Ruggbach entlang führt. Ein kurzes Stück noch auf dem Trottoir und so erreichen wir unser Tagesziel, den Bahnhof Lochau-Hörbranz.

Der Wanderleiter: Walter Föllmi