Monatswanderung Thurbental - Schnurrberg mit Walter Ebinger
Monatswanderung August: Turbenthal - Schnurrberg mit Walter Ebinger
Mittwoch, 26.08.2026 und Donnerstag, 27.08.2026
Nein, ein leichter Sonntagsspaziergang war die Wanderung von Turbenthal zur Alpwirtschaft Schnurrberg definitiv nicht. Für die 33 und 32 Wanderinnen und Wanderer galt es im voralpinen Zürcher Oberland total 330 Höhenmeter zu überwinden. Dies bei Sonnenschein und warmen Temperaturen.
Kurz nach dem Start informierte Wanderleiter Walter Ebinger über die Gemeinde und die Gegend von Turbenthal: Turbenthal ist mit 25 km2 sehr weitläufig, zugehörig sind auch Orte wie Neubrunn, Seelmatten, Sitzberg, Schmidrüti und Tablat. 58% der Fläche von Turbenthal bestehen aus Wald. Bis 1452 gehörte Turbenthal zur Grafschaft Kyburg. Als die Stadt Zürich die Grafschaft kaufte, wurde das Dorf zürcherisch. Seit dem frühen 19. Jahrhundert bestand das heutige Gemeindegebiet aus 10 Zivilgemeinden, die bis 1930 nach und nach aufgelöst wurden. 1875 wurde die Tösstalbahn Winterthur – Turbenthal – Bauma eröffnet.
Das sonnige, warme aber auch schwüle Wetter war beim steilen Anstieg nach Ramsberg sehr schweisstreibend. Zum Glück lag die Wanderroute fast durchgehend in schattigen Wäldern.
Der Ausblick von Ramsberg über das Zürcher Oberland bot dem Wanderleiter die Gelegenheit, über die Geologie im Tösstal seit der letzten Kaltzeit zu berichten. Anders als weite Teile der Kantone Thurgau und Zürich blieb das Tösstal eisfrei. Das Tösstal ist eine postglaziale Landschaft, die nicht vom Gletscher, sondern vom Wasser als Landschaftsbildner geprägt wurde. Der Untergrund besteht aus Nagelfluh, Sandstein und Mergel. Die unterschiedliche Härte dieser Gesteine bestimmen, wie Bäche und Flüsse die Landschaft formen: Tobel, Wasserfälle und Höhlen entstanden. Der Talboden besteht aus lockerem Kies und Schotter. Diese Schichten sind sehr durchlässig und bilden einen mächtigen Grundwasserstrom. Darum passiert im Tösstal etwas Besonderes: Die Töss versickert streckenweise im Schotter und fliesst unterirdisch weiter und tritt an geologischen Engstellen wieder an die Oberfläche. Das ist ein natürliches Phänomen und typisch für eisfreie Flusslandschaften.
Bei Ramsberg war mit 780 Meter über Meer bereits der höchste Punkt der Wanderung erreicht. Ohne grösseren Anstieg ging`s weiter zur Alpwirtschaft Schnurrberg zum Mittagessen. Typisch für eine Alpwirtschaft wurden uns Gehacktes mit Hörnli, Älplermagronen oder Käseschnitten serviert.
Nach dem Mittagessen führte uns der Weg zuerst westwärts und anschliessen runter ins Hutziker Tobel. Die Wanderung durchs Hutziker Tobel ist ein Highlight: Ein wildromantsches, naturnahes Schluchttobel mit plätscherndem Bach, kleinen Wasserfällen, moosigen Felswänden, schmalen Pfaden und einem artenreichen Waldlebensraum. Es gehört zu den landschaftlich eindrucksvollsten Tobeln im mittleren Tösstal. Wegen der langen Hitzeperiode in diesem Sammer und der Trockenheit war vom plätschernden Bach allerdings nur wenig und im unteren Teil gar nichts zu hören.
Beim Bahnhof Turbenthal trat die mehrheitlich per ÖV angereiste Wandergruppe mit vielen neuen Eindrücken über eine Gegend, die den Meisten wenig bekannt war, die Heimreise an.
Walter Ebinger