Blick hinter die Kulissen des Amts für Archäologie mit Renate Bruggmann
Blick hinter die Kulissen des Amts für Archäologie mit Renate Bruggmann
Donnerstag, 15. Mai 2025
An einem sonnigen Mainachmittag hatte eine Gruppe von 43 PSSL-Mitgliedern die Gelegenheit, das Amt für Archäologie zu besuchen. Amtsleiter Hansjörg Brem und die Archäologin Irene Ebneter führten die Interessierten durch die diversen Räumlichkeiten im alten Werkhof und die modernen Büros in einem nahe gelegenen Neubau.
Die Archäologie hat den gesetzlichen Auftrag zum Sichern, Erschliessen und Vermitteln von Geschichte und Kultur. Die Arbeit spielt sich im Rahmen eines Leistungsauftrags ab.
Die Mitarbeiter:innen müssen manchmal überraschend an einen Fundort ausrücken, wenn z.B. auf einer Baustelle plötzlich Gegenstände aus früheren Zeiten auftauchen. Dafür steht die nötige Ausrüstung bereit: vom Fahrzeug bis zu Pickel und Schaufel, vom Pinsel bis zum Taucheranzug, von der Bohrmaschine bis zur Fotokamera.
Wir erfuhren viel Wissenswertes rund um das Vorgehen bei Grabungen und was anschliessend mit den Fundstücken passiert. Ein Mitarbeiter datierte gerade mehrere tausend Jahre alte Holzstücke und erklärte, wie man dies anhand von Jahrringen im Holz machen kann.
Eine Wissenschaftlerin erklärte, was menschliche Knochenfunde und die Auswertung der DNA alles über die Migration unserer Vorfahren aussagen und welche Erkenntnisse über Krankheiten in früheren Zeiten gezogen werden können.
Eindrücklich ist das Zusammenspiel von analogen und digitalen Methoden – sozusagen von old bis new school. Da spielen z.B. Handzeichnungen auf Millimeterpapier, die Sammlung von Fundstücken, modernste Datenanalyse und die Zusammenarbeit mit dem Spital für gewisse Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen eine wichtige Rolle.
Im alten Werkhof eingebaut ist das vierstöckige Zentraldepot mit den verschiedensten Fundstücken. In diesem Betonbau herrschen kühle Temperaturen, die manche der Besucher:innen zum Frösteln brachten.
Nicht nur die Archäolog:innen, sondern auch all die Fundstücke haben viele interessante Geschichten zu erzählen.
Renate Bruggmann