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Wanderung Etzwilen - Stammerberg mit Walter Ebinger

Wanderung Etzwilen – Stammerberg - Stammheim mit Walter Ebinger

Mittwoch, 21.05.2025 und Donnerstag, 22.05.2025

Für einmal machten sich mit 27 und 19 Teilnehmenden etwas kleinere Wandergruppen als üblich auf zur Besteigung des Stammerbergs. Trotz den pessimistischen Wetterprognosen hatten wir unwahrscheinliches Wetterglück und ideale Wanderbedingungen. Regen fiel nur am zweiten Wandertag und auch das nur vor der Wanderung (leicht), während dem Mittagessen (stark) und nach der Wanderung auf der Heimreise (sintflutartig).

Kurz nach dem Start informierte der Wanderleiter über das Dorf und den Bahnhof Etzwilen:
Etzwilen erlangte 1875 mit der Eröffnung der Eisenbahnlinien Winterthur - Etzwilen - Singen und Etzwilen – Kreuzlingen sowie 1895 Schaffhausen - Etzwilen eine bescheidene Bedeutung als regionaler Verkehrsknotenpunkt. Bis in die 1960er Jahre war Etzwilen für den grenzüberschreitenden Güterverkehr nach Singen als Rangierbahnhof bedeutsam; hier war auch ein Lokwechsel nötig. Auf der Bahnstrecke nach Singen wurde bereits 1969 der Personenverkehr eingestellt und 2004 wurde auch der Güterverkehr stillgelegt. Von 2007 – 2020 fuhr eine Museumsbahn, heute sind noch Nostalgiefahrten möglich. Die vielen Abstellgleise sind ein Überbleibsel des einstigen Bahnknotens, an dem früher bis zu 50 Angestellte arbeiteten.

Der Aufstieg von Etzwilen auf den durchgehend bewaldeten Stammerberg führte über ein abwechslungsreiches Waldstrassennetz. Ohne Karte und GPS könnte man sich hier leicht verirren. Beim Aussichtsturm angekommen, konnte dann erstmals die spektakuläre Aussicht auf Stammheim und ins Stammertal genossen werden.

Die Gemeinde Stammheim besteht seit dem 1.1.2019 durch die Fusion der ehemaligen Gemeinden Unterstammheim, Oberstammheim und Waltalingen. Stammheim liegt im Zürcher Weinland und ist bekannt für seine Fachwerkhäuser, die historische Galluskapelle, die Weinberge und die Schlösser Schwandegg und Girsberg. Stammheim gilt als eines der besterhaltenen Riegelbaudörfer der Schweiz, viele Gebäude stehen unter Denkmalschutz. In Stammheim wohnen rund 2'900 Personen. Interessant ist, dass die Gegend bereits im Jahr 1850 fast 2'500 Personen zählte. 

Der 1684 erbaute Hirschen in Oberstammheim gilt als eine der schönsten Riegelbauten der Ostschweiz. Hier im Gasthof zum Hirschen konnten wir nach dem aussichtsreichen Abstieg vom Stammerberg das Mittagessen geniessen.

Der Weg von Stammheim nach Etzwilen führte uns durch die aussichtsreichen Weinberge von Stammheim. Vor Etzwilen war im Norden der Hohentwiel, ein Hegauvulkan, zu sehen. Der Hohentwiel entstand wie folgt: Vor etwa 14 Mio. Jahren setzte im Hegaugebiet ein starker Vulkanismus ein. Dadurch entstand ein Vulkanfeld und es bildete sich eine etwa 100 Meter mächtige Tuffschicht. Vor etwa 9 Mio. Jahren intrudierte in die Schlote Melilithit (Hegauer Basalt). Dieser konnte jedoch nicht bis zur Erdoberfläche gelangen und erstarrte unter der Tuffschicht. Im Zuge einer Kaltzeit vor etwa 150’000 Jahren wurde das Gebiet von einem dicken Eispanzer bedeckt. Der Gletscher räumte Molasse und Tuff ab, die härteren Basaltkerne waren jedoch widerstandsfähiger und hielten den Eismassen stand. Auf diese Weise wurde das erstarrte Magma freigelegt.

Beim Bahnknotenpunkt Etzwilen trat die mehrheitlich per ÖV angereiste Wandergruppe die Heimreise an.

Walter Ebinger