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Wanderung Niederbüren mit Emil Frischknecht

Wanderung Niederbüren mit Emil Frischknecht

Niederbüren – Billwil – Niederhelfenschwil – Kobesenmüli – Niederbüren

Donnerstag, 19. Februar und Freitag, 20. Februar 2026

Die ersten PSSL-Monatswanderungen 2026 starteten am Wohnort des neuen Wanderleiters Emil Frischknecht in Niederbüren. Am Donnerstag nahmen, bei leichtem Regen, 48 und am Freitag, ohne Regen, 31 Personen die Wanderstrecke unter ihre Füsse. Niederbüren wurde erstmals 737 unter dem Namen Gaulichsbüren in einer Schenkungsurkunde an das Kloster St. Gallen erwähnt. Im 13. Jahrhundert besass Niederbüren bereits eine eigene Kirche. 1761–1763 wurde eine neue Kirche, St. Michael, im barocken Stil errichtet. Seit 1803 ist Niederbüren eine eigenständige politische Gemeinde des Kantons St. Gallen und zählt rund 1450 Einwohner*innen.

Entlang dem Arneggerbach stiessen der eindrückliche Biberbau und die vielen gefällten Bäume auf grosses Interesse der beiden Wandergruppen. Der breite Wanderweg an der Thur, bis zur Brücke Sonnenburg Oberbüren, wurde für rege Gespräche nach der langen Winterwanderpause genutzt. Vor der 1904 durch Robert Maillart erbauten Thurbrücke wurde eine erste Pause eingelegt. Maillart zählt zu den bedeutendsten Schweizer Ingenieuren und Brückenbauern. Er hat einige bedeutende Bauwerke erschaffen, z.B. Innbrücke Zuoz, Tavanasa-Brücke, Valtschielbrücke Donat, Salginatobelbrücke Schiers.

Oberbüren wird 817 erstmals urkundlich erwähnt. Die Gemeinde besteht aus den Dörfern Oberbüren, Niederwil, Sonnental, Weiler Staubhusen und Billwil. Sie wird von der Autobahn A1 Genf–St. Margrethen durchquert. Die Gemeinde hat aktuell rund 4730 Einwohner*innen.

Von diesem Standort konnte man das Benediktinerinnenkloster St. Gallenberg auf dem Hügel gut erkennen. 1754 gründete der Ortspfarrer Josef Helg einen „Verein frommer Jungfrauen“ zum Zweck der Ewigen Anbetung. Lebensfähig wurde die Gemeinschaft erst, als sich das Kloster St. Gallen ihrer annahm. Das Kloster wurde 1984 zur Abtei erhoben. Aktuell leben noch fünf Benediktinerinnen im Kloster. Sie werden im Sommer 2026 ins Kloster St. Lazarus in Seedorf, Uri umziehen. Was mit dem Kloster anschliessend passiert, ist noch offen.

Über die Brücke, den Weiler Billwil und einem längeren sanften Aufstieg,  gings nach Niederhelfenschwil. Niederhelfenschwil wurde 817/818 erstmals urkundlich erwähnt, besteht aus den Ortschaften Niederhelfenschwil, Lenggenwil, Zuckenriet und hat 3290 Einwohner*innen.

Die nächste Pause fand bei der Kobesenmühle statt. Dort lebte, von 1918 bis zu seinem Tode 1974, Wilhelm Lehmann mit seiner Familie. Er wurde 1884 als Bauernbub in Wittenbach SG geboren. Schon früh zeigte sich seine Begabung im handwerklichen Gestalten, wofür er aber wenig Verständnis erfuhr. So verliess er die Familie, um einen eigenen Weg zu suchen, der ihn schliesslich in die Kobesenmühle führte. Er hinterlässt ein beeindruckendes, vielfältiges Werk. Zu diesen zählen Wurzelschnitzereien, Bildhauarbeiten in Holz und Tuffstein, Zeichnungen, Holzschnitte und Texte verschiedenster Art, die man in der Ausstellung in der Kobesenmühle besichtigen kann. Eine Stiftung kümmert sich um den Nachlass (https://kobesenmuehle.ch/).

Von der Kobesenmühle gings zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück. Das Mittagessen fand im Landgasthof «Zur Alten Herberge» statt und bildet gleichzeitig den Abschluss.

Aus alten Quellen weiss man, dass der Bäcker Moritz Hug im Jahre 1730 an der Durchgangsstrasse ein Riegelhaus errichten liess. Das Haus, ein Fachwerkhaus, wurde mit Materialien aus der nächsten Umgebung gebaut. Das Holz holte man aus dem Eichenwald von Niederbüren, die Bollensteine aus der naheliegenden Thur.

Der Wanderleiter

Emil Frischknecht