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Stadtführungen in Schaffhausen

Überraschendes Schaffhausen

Am 23. Juni hat die erste Hitzewelle des Jahres 2026 ihren Höhepunkt erreicht. So mag es nicht verwundern, dass in den Tagen vor den geplanten Führungen in Schaffhausen mehr als ein Dutzend Abmeldungen hereinkommen sind. Für viele Seniorinnen und Senioren ist dieses Wetter eine zu grosse Belastung. Dennoch versammeln sich bis um 14 Uhr 60 Personen unter den grossen Sonnenschirmen auf dem Herrenacker, der trotz des kühlenden Wasserspiels vor Hitze flimmert. Gut gelaunt, mit Sonnenschutz und ausreichend Flüssigkeit versorgt, machen sich bald drei Gruppen auf den Weg, die Stadt unter kundiger Führung von Tourguides zu entdecken. Eine Gruppe bleibt in der Altstadt, wo sie viel über deren Geschichte lernt und unter anderem erfährt, dass es in Schaffhausen 171 Erker gibt. Eine zweite Gruppe macht zunächst den gleichen Stadtrundgang, nimmt dann aber noch den steilen Aufstieg zwischen den Reben hinauf zum Munot unter die Füsse. Bei den vorherrschenden Temperaturen eine beachtliche Leistung! Die dritte Gruppe schliesslich nimmt Teil an einer thematischen Führung zum «Schwarzen 1. April 1944». An diesem Tag wurde die Altstadt bei einem amerikanischen Luftangriff schwer getroffen. Im Bombenhagel starben mehrere Menschen und zahlreiche Gebäude wurden schwer beschädigt oder vollständig zerstört.

Eigentlich war nach den Führungen noch ein Treffen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem Stadtrestaurant vorgesehen. Dieses fiel aber buchstäblich ins Wasser. Kurz nach 15 Uhr entlud sich völlig überraschend ein heftiges Gewitter über der Stadt. Eine Gruppe fand Zuflucht im Münster Allerheiligen, eine unter dem Rathausbogen und die andere in der Kasematte des Munots. Da der Regen längere Zeit anhielt, trafen sich nur noch wenige auf einen Drink. Ein R(h)einfall war die Veranstaltung aber dennoch nicht!