August: Theaterbesuch Weinfelden mit Guido Bruggmann
«So nah und doch» - Szenische Lesung, Theater Bilitz, im Theaterhaus Weinfelden
“Bisch au gsi go luege…? ‟
“….‟
Ich bin sprachlos ob all dem Gesehenen und Gehörten:
fantastische Textauswahl mit einem Querschnitt durch Schweizer Prosa
hervorragend vorgetragen und zum Leben erweckt durch die beiden Schauspielerinnen Agnes Caduff und Sonia Diaz
schlicht und genial inszeniert, mit Musik und Bildern untermalt und als Einheit präsentiert
Diese szenische Lesung war eine wahre Freude. Texte von Dürrenmatt, Hohler, Lötscher, Gysi, um nur einige zu nennen, mit mal kritischem, mal heiterem Inhalt – vielfach mit beidem.
«es gäb no mängs z säge, wemmes wüsst», Zitat aus den Solothurner Spruchweisheiten, und ja, es gäbe noch viele Texte. Die Schauspielerinnen haben es sich nicht einfach gemacht mit der Auswahl, trichterartig gefiltert, um dann ein überzeugendes Resultat zu erhalten.
Im anschliessenden Gespräch klärten uns die beiden Frauen über den Entstehungsprozess auf – einen langen Prozess. Sie gingen wie schwanger mit dem Projekt – die Geburt am Schluss war dann der kürzeste, aber wohl intensivste Teil.
Und wie kommt man an die Aufführrechte, wenn man nur ein kleines Budget hat? Man fragt die SchriftstellerInnen direkt an, erklärt das Projekt und offeriert ein selbstgewähltes Geschenk. Die Idee passte: Franz Hohler wünschte sich Appenzeller Biber, Hugo Lötscher Gottlieber Hüppen!
Roland Lötscher, Bilitz-Theaterleiter, informierte eingangs über den Theaterbetrieb und beantwortete auch im Anschluss Fragen aus dem Publikum.
Ein Apéro rundete den wunderbaren Theaternachmittag ab.
…und eben: «es gäb no mängs z säge, wemmes wüsst»!
Hubi Zweifel
Fotos: Hubi Zweifel und Renate Bruggmann