September: Besichtigung KVA Weinfelden mit Markus Rast
Besichtigung der KVA Weinfelden
Dienstag, 17. September 2024
Was geschieht mit dem Abfall, wenn er in einem 35- Liter- Abfallsack die Wohnung verlassen hat?
Dies erfuhren am Dienstag, 17.9.2024, 45 PSSL- Mitglieder anlässlich einer Führung in der Kehrrichtverwertungsanlage in Weinfelden. Zuerst begrüsste Verwaltungsratspräsident Reto Stäheli die angemeldeten Besucher und Besucherinnen. Er gibt ihnen in einer kurzen Präsentation einen Überblick über das Konzept und die Aufgaben des Verbands «KVA Thurgau», dem 70 Gemeinden angehören. Der Verband KVA Thurgau mache viel mehr, als «nur» Abfall verbrennen. (siehe Webseite «kvatg.ch»)
Die Kehrichtverbrennungsanlage in Weinfelden dient der Annahme und der thermischen Verwertung von brennbaren Abfällen. Eingeteilt in zwei Gruppen erhielten die BesucherInnen auf dem interessanten Rundgang Einblick in die einzelnen Schritte dieses Prozesses. Die beiden Führerinnen Diana Hanselmann und Jolanda Frei verstanden es zudem, kompetent die vielen auftretenden Fragen zu beantworten.
Jährlich werden in den zwei baugleichen Ofenlinien bis zu 150’000 Tonnen Kehricht thermisch verwertet. Im Abfall steckt viel Energie. Ziel ist es, möglichst viel dieser „Abfallenergie“ in Form von Wärme und Strom zurückzugewinnen, wobei grosser Wert auf den Umweltschutzbereich gelegt wird.
Rund die Hälfte unseres Abfalls besteht aus erneuerbaren Ressourcen. Durch die Nutzung der im Abfall enthaltenen Energie werden Ressourcen aus fossilen Primärenergieträgern wie Kohle, Öl oder Gas eingespart. Auf diese Weise spart z.B die angeschlossene Papierfabrik Model jährlich bis zu rund 20 Mio. Liter Heizöl ein.
Die KVA ist die grösste Stromproduzentin im Kanton Thurgau: sie beliefert über 10'000 Haushalte mit Thurgauer Naturstrom.
Nach dem interessanten Rundgang wurde bei Kaffee und Nussgipfel (herzlichen Dank!) rege diskutiert.
Im 3. Programmteil zeigt Reto Stäheli auf, wie sich die Planung der neuen KVA präsentiert. So soll in mehreren Etappen die jetzige Anlage zu einer neuen Energiezentrale – einem «Energy Hub – ausgebaut werden. Damit leistet die KVA einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende im Thurgau. Das Ziel ist es, im Jahr 2031 die neue Anlage in Betrieb nehmen zu können. Die bestehende Anlage wird dann ausser Betrieb gesetzt und rückgebaut.
Bei der abschliessenden Fragerunde vermerkte eine Besucherin treffend, jetzt begreife sie, weshalb die Entsorgung eines 35- Liter- Abfallsackes 2 Franken koste.
Zum Schluss bedankte sich ALVO-Präsident Markus Rast, als Organisator, beim VR-Präsidenten Reto Stäheli und den beiden Führerinnen für den interessanten Nachmittag und überreichte ihnen ein kleines Präsent.
Jürg Hugentobler, Aktuar ALVO