November: Wanderung Münchwilen mit Walter Ebinger
Von Münchwilen nach Bronschhofen
Donnerstag, 21. November und Freitag, 22. November 2024
Zur letzten Wanderung im Jahre 2024 trafen sich am Donnerstag bei guten Bedingungen 35 Personen, am Freitag nach dem in der Nacht erfolgten Schneefall 27 Personen, darunter auch unsere Präsidentin, Renate Bruggmann.
Der Start erfolgte am Bahnhof von Münchwilen und anschliessend ging es der Murg entlang in Richtung St. Margarethen. Wanderleiter Walter gab uns interessante Informationen zur Murg. Die Quelle der Murg liegt im Bereich vom Schlattberg etwas oberhalb von Mühlrüti im Kanton St. Gallen. Die Murg ist 34 km lang und fliesst bis zur Einmündung in die Thur rund 574 Höhenmeter hinunter. Die Murg ist einer der wichtigsten Zuflüsse in die Thur. Der durchschnittliche Ablauf in Frauenfeld beträgt rund 4,1 m3/s, minimal waren es einmal 370 Liter/s, es wurden im Jahre 2007 aber schon Werte von 142 m3/s gemessen, das ist rund 34-mal die Durchschnittsmenge. Die Murg war vor allem für die Textilindustrie als Energiequelle von grosser Bedeutung. Um die Gebrauchsgüter wie Milch, Holz aber auch Tiere besser transportieren zu können, wurde am 1. Sept. 1887 die Frauenfeld-Will-Bahn eröffnet. Der Transport von Menschen kam erst zu einem späteren Zeitpunkt. Es führen insgesamt 80 Brücken über die Murg, rund 1/3 allein in Frauenfeld.
Nachdem St. Margarethen passiert war, konnte ein Blick auf Bettwiesen mit seinem Schloss geworfen werden. Das Kloster Einsiedeln besass seit dem Spätmittelalter Güter in Bettwiesen. Der Abt von Fischingen liess 1627 ein Schloss erbauen, das vor allem als Sommerresidenz dienen sollte. 1848 wurden die Thurgauischen Klöster aufgehoben, das Schloss ging an den Staat, der es wiederum an Privatleute verkaufte, es entstand ein grosser Gutsbetrieb. Der Südhang ermöglichte es, einen Rebsaft von ausgezeichneter Qualität zu produzieren, er soll der beste Wein im Thurgau gewesen sein und konnte nach Zürich, St. Gallen und Wil geliefert werden.
Ende des 19. Jahrhunderts erlebte das Schloss eine fröhliche Zeit, es war ein beliebter Ausflugsort. Um 1900 wurde das Restaurant aufgegeben und seitdem ist es ein landwirtschaftlicher Betrieb. Der Weg führte uns weiter teilweise durch Schnee in Richtung Bronschhofen, an diesem Tag konnten wir sehr viele unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten erleben. Bronschhofen wurde erstmals im Jahre 796 urkundlich erwähnt. 63 Jahre später (859) gelang es in den Besitz des Klosters St. Gallen. Anno 1495 wurden die Rechte und Pflichten zwischen dem Kloster und den Orten Trungen, Bronschhofen und Rossrüti geregelt und der Verwaltungsbezirk wurde «Schneckenbund» genannt. Bei der Gründung des Kantons St. Gallen (1803) wurde Schneckenbund in Wil integriert, ein Jahr später wurde es wieder eine eigenständige politische Gemeinde. Im Jahre 1817 erfolgte die Umbenennung in Bronschhofen, ab dem 1. Jan 20213 gehört Bronschhofen zur Stadt Wil. Seit 1969 gibt es in Bronschhofen einen AMP (Armeemotorfahrzeugpark).
Das Mittagessen konnte im Restaurant Pilgerhaus eingenommen werden, wir wurden vorzüglich verpflegt und bedient. Gleich daneben befindet sich die Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen. Dieser Ort wird sehr gerne von Brautleuten in Anspruch genommen. Die Kirche soll aber auch Menschen ermutigen, dass sie in Angst und Schmerz, in Unglück und Not nicht allein sind, sondern auf Gottes Nähe und Hilfe zählen können.
Das letzte Teilstück bis zum Bahnhof Münchwilen wurde zu Beginn noch durch leichten Schneefall begleitet. Trotz den doch ungewohnten Bedingungen war es eine sehr schöne Wanderung, herzlichen Dank an Walter.
Ich wünsche allen eine besinnliche Adventszeit und fried- und freudvolle Weihnachten, einen guten Rutsch ins neue Jahr, bleibt gesund, damit wir uns im Februar 2025 wieder an der nächsten PSSL-Wanderung treffen dürfen.
Jakob Bütikofer