Mai: Wanderung Bischofszell mit Walter Ebinger
Maiwanderung Bischofszell Nord - Zihlschlacht
Donnerstag, 16. Mai und Freitag, 17. Mai 2024
Die Frage aller Fragen stellten sich am Freitag 30 Wanderinnen und Wanderer: Wie wird das Wetter? Über Nacht und auch noch am Morgen fielen ergiebige Mengen Regen. Am Donnerstag mit der Teilnahme von 33 Personen war das Wetter kein Problem, es war sonnig und ideal zum Wandern. Am Freitag durften 3 Neue begrüsst werden.
Ab dem Bahnhof Bischofszell Nord ging es zuerst in südlicher Richtung über die Sitter und anschliessend parallel zum Fluss Richtung Eberswil. Der Regen hatte eine Pause eingelegt und die Sonne liess sich kurz blicken.
Walter Ebinger informierte über Wissenswertes von Bischofszell. Die Stadt hat eine Fläche von 11,6 km2, zählt 6`055 Einwohner, davon sind 26,4 % Ausländer. 26 Prozent gehören dem reformierten Glauben an, 33 Prozent zu den Katholiken. In Bischofszell gibt es 2`720 Arbeitsplätze. 1248 wurde Bischofszell erstmals urkundlich erwähnt. Zwischen den Machtzentren Konstanz und St.Gallen wurde ein Turm erstellt und als des «Bischofs Zelle» benannt. Daraus entstand die Ortsbezeichnung.
Drei Stadtbrände waren zu verzeichnen, 1273, 1419 und 1743. Der Letztere war der Schlimmste, brannten doch rund 70 Häuser ab. Die Gebrüder Grubenmann aus dem Appenzell Ausserrhoden planten den Wiederaufbau der Stadt, so wurde das Museum, das Dallerhaus und das Scherb-Doppelhaus erbaut, 1987 erhielt Bischofszell als erste Thurgauer Gemeinde den Wakkerpreis. Wichtige Objekte sind die alte Brücke, welche 1487 erstellt wurde, das barocke Rathaus, das Schloss, die Stiftskirche, der Rosengarten und die historische Papiermaschine mit ihrem speziellen Antrieb. Wichtige Veranstaltungen sind unter anderem die Rosenwoche und die Nachtwächterrundgänge. Die Eisenbahnlinie wurde am 1. Febr. 1876 von Sulgen nach Bischofszell eröffnet, ab 5. Juli 1876 war die Strecke durchgehend von Sulgen nach Gossau befahrbar. 1936 wurde elektrifiziert.
Ein sehr schöner Wanderweg, meist Naturstrasse, führte uns weiter Richtung Eberswil und Leutswil. Unterwegs waren im Gras deutliche Spuren des Regens und des Sturmes ersichtlich. Unmittelbar vor Leutswil überquerten wir die Sitter. Diese entspringt in Weissbad und hat eine Länge von 49 km. Die durchschnittliche Wassermenge beträgt 12m3/s und die Sitter ist der grösste Nebenfluss der Thur. Insgesamt 50 Brücken sind als Übergänge vorhanden. Der Fluss dient als Naherholungsgebiet, der Trink- und Brauchwassernutzung, der Fischerei, der Stromerzeugung mit 7 Wasserkraftwerken und ist Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere. Im Juni 2013 hatte die Sitter Hochwasser mit einer Menge von bis zu 725 m3/s.
Das Mittagessen im Restaurant Löwen in Zihlschlacht musste sich noch mit einem Anstieg in der Nähe von Riet verdient werden. Das Essen war ausgezeichnet, die Bedienung freundlich und speditiv und so konnte der Zeitplan eingehalten werden.
Durch das Felsenholz ging es Richtung Bischofszell Nord. Walter gab noch Informationen zur Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf, sie hat eine Grösse von 12,2 km2, 2524 Einwohner, davon 14 % Ausländer. 1050 Arbeitsplätze sind vorhanden, der grösste Arbeitgeber ist die Rehaklinik. Die Gemeinde entstand im Rahmen der Gemeindereorganisation von 1997 aus Zihlschlacht und Sitterdorf. 1960 entstand ein Plan, in der Ostschweiz einen Flugplatz zu bauen. 1963 stimmte das Volk dem Vorhaben zu und erste Bauarbeiten konnten gestartet werden. Der Flugplatz dient als Ausbildungsstätte für zukünftige Airliner Piloten und Heli Piloten, aber auch der Ausbildung von Fallschirmspringern für die Schweizer Armee.
Eine schöne und abwechslungsreiche Wanderung konnte ohne Regen durchgeführt werden. Zufrieden und froh konnte die Heimreise begonnen werden, nicht ohne dem Wanderleiter den verdienten Dank auszusprechen.
Jakob Bütikofer
Fotos von Walter Ebinger
Fotos von Jakob Bütikofer