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März: Wanderung Matzingen - Dingenhart mit Walter Ebinger

Märzwanderung 30. März und 31. März 2023

Matzingen - Dingenhart

Eine wohl etwas weniger bekannte Gegend im Thurgau stand im Mittelpunkt der Wanderung, wo am Donnerstag 53 und am Freitag 28 Personen trotz nicht optimalen Wetterprognosen teilnahmen.

Der erste Teil führte sanft ansteigend Richtung Bühl bei Frauenfeld und anschliessend zum Mittagessen im Rest. Stählibuck. Unterwegs informierte Walter Ebinger über die Geschichte von Matzingen. 779 wurde der Ort erstmals erwähnt. 1402 bis 1798 gehörte Matzingen zur Herrschaft Sonnenberg. 1803 – 1817 bildeten die Ortsgemeinden Matzingen und Stettfurt die Munizipalgemeinde Matzingen. Ab 1150 bis 1996 gab es eine Mühle. Durch den Bau der Frauenfeld-Will-Bahn siedelten sich neue Firmen an. Die Gemeinde hat heute etwas mehr als 3`000 Einwohner, hat seinen ländlichen Charakter behalten, etwas mehr als ein Drittel gehören dem katholischen Glauben an, rund ein Drittel dem evangelisch -reformierten. Der Ausländeranteil beträgt etwa 28 %, es gibt rund 870 Arbeitsplatze, rund 50 % im Gewerbe und 45 % in Dienstleistungen.

Bei einem Halt mit Blick auf Murkart informierte Walter über die Geschichte dieses Ortes. 1244 wurde er erstmals urkundlich erwähnt. 1862 bis 1931 wurde eine Spinnerei betrieben, 1939 – 1972 eine Färberei. Einer der letzten Hochkamine steht noch markant im Ort. Ein Kleinkraftwerk diente früher als mechanischer Antrieb, auch über Transmissionsriemen zu den Maschinen. Heute ist es eine kleine Stromproduktionsanlage für rund 330 Haushalte.

Der dritte Informationsblock befasste sich mit der Frauenfeld-Will-Bahn. Umfangreiche Abklärungen wurden durchgeführt und Mitte April 1887 wurde mit dem Bau begonnen, in Rekordzeit erstellt und ab 1. Sept. 1887 betrieben. In erster Linie war die Bahn für Güter- und Tiertransporte, der Personenverkehr kam erst später dazu. 1955 und 1969 kam es zu grossen Unfällen, die Transporte konnten nur dank der Unterstützung anderer Schmalspurbahnen aufrechterhalten werden. Am 19. November 1921 wurde die Elektrifizierung gefeiert und am Folgetag begann der Betrieb ab dem heutigen Marktplatz. Die Stadtstrecke (Marktplatz-Bahnhof) wurde bis zum 3. Januar 1922 mit den Dampfloks betrieben.

Ein interessanter Tag konnte erlebt werden, der Rückweg führte über Hinterhalingen zurück nach Matzingen.

April 2023 / Jakob Bütikofer